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Pressestimmen zur ersten Heinz-Erhardt-Show (on tour 2001-2005) mit Frank Sauer, Florian Schroeder, Volkmar Staub
und Günter Fortmeier:Der Humorlustknabe der Nation
Vier Kleinkunst-Könner haben jetzt dem Altmeister der frei geschwungenen
Assoziationskette gedacht - und mit ihrem Programm „Heinz!“ seine teils verstaubten, teils zeitlosen Kalauer vierzig Jahre später einer Frischzellenkur unterzogen. Was Florian Schroeder, Frank Sauer, Günter Fortmeier
und Volkmar Staub in zweieinhalb Stunden aus Dutzenden Erhardt-Versatzstücken zusammen auf die Bühne brachten, war weit mehr als eine Nummern-Revue. Schon nach wenigen Worten war klar, wohin die Reise gehen sollte -
nicht vier Jahrzehnte zurück, sondern mit dem Heinz-Erhardt-Gedichtband im Gepäck kreuz und quer durch die Republik. Staub, Sauer, Schroeder und Fortmeier spielen dabei konsequent ihre individuellen Stärken aus, jeder
der vier setzt seine persönlichen Glanzlichter: den scheinbar leichtfüßigen Pointen, auf die Erhardt in seinen Gedichten so minutiös hingearbeitet hat, gewinnen Staub und Sauer mit feinsinniger Mimik beziehungsweise
staubtrockenem Tonfall ganz neue Seiten ab. Fortmeier lässt in seinem kleinen Kasperletheater die Puppen tanzen und seine Hände wieder Bände sprechen, während sich die mit Schroeders Stimmimitation herbeizitierten
Promis gegenseitig die Verse in die Hand drücken. Die Show lebt vor allem von ihren überraschenden Wendungen: Die Gags schleichen sich auf leisen Sohlen in scheinbar Altbekanntes. Nur um dann unter Getöse in die
Gegenrichtung Reißaus zu nehmen. Großartig gelungen! Hingehen lohnt sich! Badische ZeitungWo die Heinzelmänner rappen Wie frisch zurück vom Herrenausstatter sehen Heinz Erhardts
Wiedergänger Frank Sauer, Volkmar Staub, Günter Fortmeier und Florian Schroeder aus. Mit einem flotten Rap auf den Humoristen, Schauspieler und Dichter eröffnen sie ihre Erhardt-Hommage, und dann sorgt das kauzige
Quartett mit poetischen Hintersinn, parodistischer Treffsicherheit und anrührenden Pantomime-Einlagen für einen kurzweiligen Abend. Geleitet von der Frage, ob Heinz Erhardt nun ein „deutscher Dichter oder ein nicht ganz
dichter Deutscher“ war, werden diverse seiner Kurzgedichte zur Überprüfung herangezogen. Machmal muss man da auch weiter ausholen. Da ergeht sich Frank Sauer in verquer-zoologischen Erläuterungen, die dem Erhardtschen
Spieltrieb mit sprachlicher Vieldeutigkeit folgen, Florian Schroeder setzt als Stimmenimitator Comedy-Akzente und überzeugt als Bundeskanzler am Handy genauso, wie als Helge Schneider-Double oder köchelnder Gastgeber
von „Heinzissimo“, Günter Fortmeier zaubert aus sechs Flaschen Ketchup ein „Mousse au Heinz“. Ein schillerndes Humor-Feuerwerk. Zeitung zum Sonntag (Freiburg)
„Noch´n Gedicht“: Vier Herren auf den Spuren von Heinz Erhardt Sie haben sich viel vorgenommen, die vier Herren, die schon durch ihre grauen Anzüge einer Marotte ihres Protagonisten huldigen. Immer „noch´n
Gedicht“ wäre als abend füllendes Programm wohl wenig sinnvoll, denn da sind wir durch das Original verwöhnt. Also bewegen sich die Darsteller auch mit eigenen Texten in der Sprachmanier des Meisters. Natürlich gibt es
auch prominente Gäste. Florian Schroeder zieht hier alle Register brillanter Stimmen-Imitation. Äußerst lehrreich auch der Exkurs in Malerei oder griechische Mythologie. Van Goghs abgeschnittenes Ohr - nichts anderes
als eine Frühform von Ohrganhandel. Ein Highlight auch die Imitation von Bernhard Minetti durch Volkmar Staub. Nicht zu vergessen die bezaubernden Spiele mit den Händen in jener Art Schaukasten, wie er auch im
Puppentheater als Bühne fungiert. Dazwischen immer wieder „noch‘n Gedicht“, und am Ende konnte man fröhlich mitkalauern. Südkurier Hommage an Heinz Aufgepeppt haben ihn
die Kabarettisten, vom Nierentisch weggeholt auf die Straßen der Big Cities, Kurt Edelhagen eingetauscht gegen HipHop und Rap, das Zwei-Kanal-Schauen der heutigen Welt gegenübergestellt. Und sie nähern sich dem Original
jeder auf seine Weise: Volkmar Staub verband das Wiesental mit der großen Welt der Bundesrepublik. Günter Fortmeier gab jenem Theaterstück, in dem jedes Wort mit dem gleichen Buchstaben beginnt, als Bauchredner mit
seiner Puppe Frau Müller eine neue Dimension. Florian Schroeder sorgte dafür, daß auf der Bühne ganze Heerscharen von Promis zu finden waren. Dem Original am nächsten kam Frank Sauer, auch wenn er mit Heinz Erhardt nur
die Haarpracht gemeinsam hatte. Gestammel, Gestik, er war wie die Wiedergeburt des Meisters im Jahre eins der neuen Zeitrechnung. Langer Applaus und zwei Zugaben. Badische Zeitung Lörrach Heinz ist nicht tot: Er lebt mitten unter und in uns Der gewisse Mief, der den Nachkriegshumoristen umgab, war sofort weggefegt, die Kabarettisten entwickelten umwerfend charmant leichtfüßige
Unterhaltung, verspritzten gute Laune nonstop und verwandelten das Publikum in eine unaufhörlich vor sich hinprustende, heiter gestimmte Zuhörerschaft. Dabei läßt sich dem Original niemals in beschaulichen Rezitationen
beikommen, zu facettenreich, zu hintergründig und zu umfangreich ist das Material. In dieser Hinsicht gelang den Schauspielern neben reinem Vortrag von Vierzeilern breite Darstellungskunst. So wechselten parodistische
Einlagen mit Bauchrednerstücken, mit kleinen Szenen oder Schattenspiel versuchte man dem Anarchisten auf die Schliche zu kommen und auf dem Weg durchs Lachuniversum dramaturgische Orientierungshilfen zu bieten. Wir, die
wir von professionellem Frohsinn so sehr verwöhnt sind, dass gelegentlich nur müdes Lächeln übrig bleibt, sind auf eigentümliche Weise von Erhardts Komik angerührt. Es ist uns – ohne Peinlichkeitsmomente – wieder
möglich, von Herzen zu lachen. Oberbadisches Volksblatt |